Volker Schwinn 9. DAN Karate / Qi Gong Lehrer
Asiatische Gesundheitslehre und fernöstliche Kampfkunst

 

Qi Gong - Wesen und Wirkungsweise

Als ein wesentlicher Bestandteil der chinesischen Medizin trägt Qi Gong zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Gesundheit und Wohlbefinden bei. Qi steht für die Lebensenergie, Gong bedeutet Arbeit oder Übung. Mittels Bewegungs-, Atem- und Meditationsübungen sollen Blockaden in den Energiebahnen des Körpers, den Meridianen, gelöst werden, um das Qi im Körper wieder zum Fließen zu bringen. Der menschliche Körper ist ein Organismus, bei dem alles miteinander in Verbindung steht. Der Körper kann aktiviert sein, aber auch entspannen. Es gibt das Aktivierungssystem mit bestimmten Hormonen, wie den Stresshormonen, dem Sympathikus, einem Teil des Nervensystems und natürlich können auch Muskeln angespannt und entspannt werden. Der Mensch benötigt Herausforderungen. Daher braucht er Anspannungen. Ebenso muss er sich aber auch entspannen können.




 

Qi Gong in den Kampfkünsten

Das Qigong wurde früher in die sogenannten Fünf Schulen eingeteilt. Neben der daoistischen, der buddhistischen, der konfuzianischen und der medizinischen Ausrichtung gab es auch umfangreiches aber bei uns noch wenig bekanntes Wissen des Qigong in den traditionellen Kampfkünsten. Die folgenden Zeilen geben eine Einführung in die verschiedenen Inhalte und Funktionen.
Das traditionelle Kung Fu, d.h. die Gesamtheit der Chinesischen Kampfkunstüberlieferung, so wie sie ihren Ursprung in der chinesischen Shaolin-Klosterkultur hat, hatte eine äußere Schulung und eine innere Schulung. Die äußere Schulung gliederte sich wie folgt: Es wurden Stellungen, Fausttechniken, Blocks, Ellbogentechniken, Knietechniken, Kopftechniken, Schultertechniken und Tritte geübt. Ferner musste man lernen: Falltechniken, Hebel, Würfe und Waffenkampf. Die Form, die man vor allem heute durch Aufführungen kennt, war nur einer von vielen Aspekten einer langjährigen und mühsamen Ausbildung. Dehnungsübungen im Sinne der Meridianlehre kamen hinzu, bleiben aber in dieser Einführung unberücksichtigt.
Die innere Schulung beinhaltete neben der Ernährung vor allem die Meditation des Chan, das Qigong in seinem inneren und äußeren Aspekt (siehe unten) sowie die Kenntnisse der Vitalpunktstimulierung für den Einsatz im Kampf, wie auch zur Ersten Hilfe (jap.: kuatzu).
Ausbildung und Übungspraktiken des Qigong innerhalb der Kampfkünste gehören zum Faszinierendsten, was die chinesische Kultur hervorgebracht hat.

Es wurde von fünf Kategorien von Wirkungen ausgegangen:

1. Geistig: Sie dienen dem persönlichen Wachstum und fördern die Harmonie mit dem Dao. Angestrebt werden Weisheit und intuitives Verstehen.

2. Seelisch: Sie gleichen die Emotionen aus und helfen, gelassen und ruhig reagieren zu können. Dadurch verhindern sie Streß, Unausgeglichenheit und deren Folgen. Innerer Frieden, Zufriedenheit und Glück können erreicht werden.

3. Intellektuell: Konzentration und Denkfähigkeit nehmen zu. Aufgaben und Probleme können konsequenter und besser gelöst werden.

4. Energetisch: Energieleitbahnen des Körpers werden gestärkt, das Qi (die Energie) fließt kräftiger und kann so Krankheiten und Verletzungen verhindern. Der Mensch lernt, die Kräfte zwischen Himmel und Erde zu verstehen, sie in seinem Körper zu kontrollieren und ein Teil von ihnen zu werden.

5. Körperlich: Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen werden gestärkt. Der Körper bleibt bis ins hohe Alter geschmeidig und beweglich. Auch das verhindert Krankheiten, altersbedingte Leiden und erhöht das Wohlbefinden. Körper und Geist gehören zusammen; nur eines zu üben führt genauso ins Abseits wie gar keine Übung.


Entspannung für Körper und Geist

Immer mehr Menschen sind hohen Belastungen ausgesetzt. Stress und Hektik gehören leider schon zum Alltag  des modernen Menschen. Dies wirkt sich natürlich in überhöhter Anspannung, innerer Unruhe und übersteigerter Empfindlichkeit aus. Psychosomatische Erkrankungen sind  die Folge. Der Mensch leidet an Körper Seele und Geist.

Qi Gong Seminare bieten die Möglichkeit Stress und Anspannungen abzubauen um somit wieder ein Gleichgewicht von Körper und Geist herzustellen.
Die Kure bieten Ihnen eine Mischung aus Entspannungsübungen und Beispielen zur gesunden Lebensführung;  und zeigen Ihnen dabei, wie man sich im Alltag gegen Stress schützen kann. 



 

Fragen

1. Wer von Ihnen hat in der letzten Woche täglich 20 Minuten gezielt entspannt?

2. Wer von Ihnen hat einen Lebenspartner, der unterstützend hinter ihm steht?

3. Wer von Ihnen hatte letzte Woche einen halben Tag lang sein Handy ausgeschaltet und war für niemanden zu erreichen?

4. Wer von Ihnen hat in der letzten Woche mindestens 2 mal 30 Minuten Sport gemacht?

5. Wer von Ihnen isst regelmäßig in aller Ruhe und achtet nicht nur auf gesunde Ernährung sondern kaut auch intensiv?

6. Wer von Ihnen macht öfter einen kleinen Spaziergang bevor er in Bett geht?

Stress Gedicht

Ach, was sind wir dumme Leute -
Wir genießen nie das Heute.

Unser ganzes Menschenleben
Ist ein Hasten, ist ein Streben,

Ist ein Bangen, ist ein Sorgen -
Heute denkt man schon an morgen,

Morgen an die spätere Zeit -
Und kein Mensch genießt das Heut´-.

Auf des Lebens Stufenleiter
Eilt man weiter, immer weiter.

Nutz den Frühling deines Lebens, Leb im Sommer nicht vergebens

Denn gar bald stehst du im Herbste
Bis der Winter naht, dann sterbste.

Und die Welt geht trotzdem heiter
immer weiter, immer weiter.

Typen von Ausbrennern

Die Selbstverbrenner
Sie zeichnet Ehrgeiz, hochgesteckte Ziele und Dynamik aus. Sie arbeiten immer an ihrem Leistungslimit und lassen kaum eine Möglichkeit aus, sich zu beweisen. Zumeist sind sie auch in dem, was sie taten, bis sie vom Burn-out aufgehalten wurde,sehr erfolgreich gewesen. Sie tragen somit weitestgehend selbst die Schuld für ihr persönliches Burnout-Syndrom.

Die Verschlissenen
"Nein" können sie nur schwer sagen. Sie sind viel zu passiv und es mangelt ihnen an Durchsetzungskraft auch nach ihren
Wünschen und Bedürfnissen zu handeln. Sie sind damit tatsächlich nur ein Opfer ihrer Umwelt.

Die Durchgerosteten
Sie haben eigentlich nie richtig für eine Sache gebrannt. Über viele Jahre, Jahrzehnte arbeiteten sie, ohne eigentlich je einen
richtigen Erfolg in ihrem Tun gesehen zu haben. Eher im Gegenteil, mehr Misserfolge pflasterten ihren Weg, was sie
sich aber selbst nicht richtig eingestehen möchte. Und irgend wann werden auch sie vom Burnout-Syndrom erfasst.